Ich oute mich heute: ich bin kein wahnsinniger Fußball Freak. Wenn ich ehrlich bin, habe ich eigentlich sogar überhaupt keine Ahnung. Gut, ich kann vielleicht gerade eben mit Ach und Krach erklären wie die Nummer mit dem Abseits funktioniert, kann Poldi von Schweini unterscheiden und weiß seit letzten Samstag, dass Hector kein römischer Gladiator, sondern ein ernstzunehmender, junger Fußballer ist, der uns mit seinen Monchichi-Augen ins Halbfinale geschossen hat. Viel mehr ist bei mir aber nicht zu holen, wenn´s um´s Thema Fußball geht.

Ach doch: einmal im Jahr machen mein Papa und ich einen Vater-Tochter-Tag im Stadion. Und obwohl sich mein Interesse für Fußball, wie ihr sicher bereits bemerkt habt, schwer in Grenzen hält, liebe ich diese Tage. Na klar, zum einen natürlich wegen meinem Papa, aber zum Anderen wegen der unglaublich großartigen Kölner Fan-Kultur. Bei der Deutschen Nationalhymne müsste ich mich zugegebenermaßen sehr anstrengen den Text fehlerfrei auf die Kette zu kriegen. Aber wenn die FC Hymne im Stadion läuft, bin ich diejenige, die nicht nur absolut textsicher, sondern auch voller Inbrunst mitsingt und den Schal schwingt. Haltet mich für verrückt, aber ich liebe diesen Moment. So sehr, dass mir manchmal vor lauter Rührung und Patriotismus meiner Lieblingsstadt gegenüber, die Tränen in die Augen schießen. Aber das ist ein anders Thema.

Ich finde es so schön zu sehen, dass wir Deutschen dank des Fußballs mal wieder stolz auf unser Land sind. Irgendwie hat man ja das Gefühl, dass wir das, dank eines kranken Typens, dem 1933 leider zu viel Macht zugesprochen wurde, nicht dürfen, können, wollen oder was auch immer. So richtig verstehen kann ich das leider nicht, schließlich habe ich, genau wie viele Andere, rein gar nichts mehr mit der Misere von damals zu tun und hinzu kommt, dass der Übeltäter ja noch nicht einmal Deutscher, sondern Österreicher war, aber gut. Schlimme Nummer, die ich auf gar keinen Fall beschönigen möchte. Bloß keine heiße Polit-Diskussion ins Rollen bringen, wir haben ja bei Böhmermann gesehen, wo das hinführen kann… Jedenfalls finde ich es toll, dass dank Jogi und seinen Jungs ganz Deutschland auf einmal im WIR-Fieber ist. Jeder fiebert mit. Jeder fühlt sich dazugehörig. Jeder ist ein kleiner Teil der Mannschaft. Ich auch.

Am Samstag Abend war ich doch etwas erstaunt, als ich fast einen Herzkasper beim Elfmeterschießen bekommen habe, obwohl ich objektiv gesehen rein gar nichts mit Fußball am Hut habe. Und meine Mitgucker mussten sich neben vielen unqualifizierten Kommentaren, wie: „Scheiße, jetzt sind wir auf jeden Fall draußen!“, als Schweini verschießt, oder eine halbe Minute später: „Geil, wir packen das! Auf jeden Fall!“, mit nervösen Schlägen auf die Oberschenkel, Aufgespringe, Augenzugehalte und herzzerreißenden “Ahhhhh” und “Ohhhhhhs” rumschlagen. Nennt mich Fußball-Experte. Und wenn es mir schon so ging, wie erging es dann erst denjenigen, die generell völlig aus dem Häuschen sind, wenn Fußball läuft?

Ich mag #diemannschaft. Ich mag diese jungen Typen, die zusammenhalten und kämpfen, wie die Verrückten. Die Europameisterschaft schafft momentan etwas sehr Wichtiges: sie bringt Menschen verschiedenster Herkunft an einen Tisch. Friedlich. Man hat gemeinsam Spaß, feiert, ist ausgelassen und stolz auf sein Land. Egal auf welches.

Wie geht´s euch mit der EM? Lasst ihr euch auch vom Fußball-Fieber anstecken? Wo guckt ihr, wie guckt ihr, was macht das Ganze so besonders für euch? Ich freue mich auf eure Meinung und eure Kommentare. Nur das Beste für euch und #diemannschaft… ich bin so gespannt auf Morgen!

 


WEIBLICH, SELBSTSTÄNDIG. KREATIV
Autorin: Katharina Lichtblau
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