Früher standen Pippi Langstrumpf, Bibi Blocksberg und Ronja Räubertochter weit oben auf der Liste meiner großen Vorbilder. Heute steht da „Chewbacca Mom“.

Wer hat den Clip nicht gesehen?! Bereits vor Wochen ging das kleine, selbstgedrehte Video von Candace Payne online und so viral, dass man einfach nicht daran vorbeikommen konnte. Die Medien berichten über „Chewbacca Mom“ und ihren herrlich, hysterischen Lachanfall. Ihren Clip haben über 155 Millionen Menschen gesehen. Das schafft nicht mal Justin Bieber auf YouTube.

Scheiße, ich hab gerade nachgeschaut… er schafft´s. Im Ernst? 682 Millionen Leute ziehen sich das neueste Video von Justin Bieber rein? Not bad.

Jedenfalls ist Chewbacca Mom mit ihrer herzzerreißenden Nummer durch die Decke gegangen. Mit über 155 Millionen Views ist ihr Video das erfolgreichste Facebook-Live-Video ever. Warum? Ganz einfach: weil das das wahre, echte, schnörkellose Leben ist. Candace hat das getan, wofür die sozialen Netzwerke eigentlich gedacht sind: sie hat uns an ihrem Leben teilhaben lassen. Scheiß auf Make-Up, Haare oder Outfit. Sie ging an einem ganz normalen Tag in diesen ganz normalen Laden um sich eine Yoga-Hose zuzulegen. Keine gefunden. Also zieht sie weiter durch die Spielzeugabteilung, um ihren Kids etwas mitzubringen, stößt auf die Chewbacca Maske und kriegt sich vor Freude nicht mehr ein. Kein Filter, kein Drehbuch, keine gestellt Szenerie. Einfach das wahre Leben.

Neben all den schönen Bildern auf Facebook und Instagram von Mädels die angeblich gerade erst aus dem Bett gekrochen, aber bereits voll gestylt sind, oder Abendessen, die mal eben fix gezaubert, in Wahrheit aber stundenlang drappiert wurden, ist es das Echte, was uns catcht. Eine ganz normale Frau, die sich vor Lachen fast in die Hose macht. Candace Payne, Ehefrau, Mutter und Star Wars Fan. „Endlich normale Leute!“, würde Tom Gerhardt sagen und damit ausnahmsweise Recht behalten.

Facebook und Instagram sind voll von inszenierten Leben. Die Wahrheit zeigt schon lange keiner mehr – wie sähe das denn auch aus zwischen all den #lovemylife Bildchen. Die sozialen Netzwerke sind leblos geworden. Alles gut konstruierte Stories, um zwar dabei zu sein, sich aber nicht angreifbar zu machen. Um mehr aus dem zu machen, was man hat und wer man ist.

Candace Payne hat, ohne es zu wollen, der Welt gezeigt, was wirklich ankommt. Eigentlich wissen wir es alle und doch verschanzen wir uns immer wieder hinter irgendwelchen Filtern, Halbwahrheiten und Lügen. Keine Frau steht morgens auf und sieht aus, wie das blühende Leben. Niemand isst ausschließlich fotogenes Essen. Nicht jeder Tag ist ein #lovemylife-Tag und ja, man darf fluchen, Dinge scheiße finden, traurig sein und Angst haben. Auch wenn diese Seite des Lebens keiner gerne zeigt, sie gehört dazu.

Für mehr Echtheit, mehr Spaß, mehr Lachen, mehr Leben, mehr Genießen. Augen auf für die kleinen Dinge im Leben, die uns zum Strahlen bringen. Wenn sich jeder von uns eine Scheibe von Candace Payne abschneidet, sollten die nächsten Tage doch ganz amüsant für uns werden. Und außerdem bräuchte sie dann auch keine Yoga-Hose mehr, aber das ist ein anderes Thema. Ich will so sein wie du, Chewbacca Mom! DANKE, für so viel positive Energie und Lebenslust.

Was haltet ihr von all den #lovemylife Geschichten? Fühlt ihr euch selbst gefangen in der „Alles-ist-so-schön-Spirale“? Habt ihr Angst etwas Negatives zu posten? Kritisch nachzufragen? Ehrlich zu sein? Mich interessiert, was ihr dazu denkt… kommentiert gerne auf Facebook unter meinen Beitrag, ich bin gespannt!


Snapchat: snapthekath


 

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