Ja, nein… ich mein Jein!

„Soll ich´s wirklich machen oder lass ich´s lieber sein? Jein!“ Schon Fettes Brot tat sich 1996 mit einer Entscheidung schwer. Wenn die das damals schon nicht konnten, woher hätte ich es können sollen? Freundlich aber bestimmt nein sagen, ist wirklich etwas für Fortgeschrittene. Man will ja nicht zickig rüberkommen, also „Ähm… ja, können wir so machen.“ Na toll, natürlich können wir das eigentlich nicht so machen, aber ich habe mich einfach nicht dazu durchringen können nein zu sagen. Ein nein zieht immer so viel hinter sich her. „Ach ja, und warum nicht?“ oder „Da hätte ich dich jetzt aber toleranter eingeschätzt.“, sind nur zwei von etlichen, dämlichen Reaktionen auf ein nein. Aber soll man immer zu allem ja und Amen sagen, obwohl man es unter keinen Umständen will? Nein. Soll man nicht. Immer nur daran zu denken, Andere nicht zu enttäuschen oder unglücklich zu machen, macht einen selbst leider auch nicht glücklich. Privat fällt es mir nach wie vor schwer „nein“ zu sagen. Wenn mich meine Familie oder Freunde um etwas bitten, bin ich da, ohne Rücksicht auf Verluste und das ist ja irgendwie auch gut so. Die Menschen um mich herum, nutzen es nicht aus, deshalb gehe ich weiterhin nein-frei durch mein Privatleben.

Aber in meinem beruflichen Umfeld, habe ich hart an mir gearbeitet. Das kleine Wörtchen „nein“ hat Einzug in meinen Sprachschatz erhalten. „Wir hängen! Die Drehpause ist gestrichen, aber ihr könnt ja heute Abend warm essen. Das passt doch sicher für dich, oder?“ Nein. „Wir hätten dich echt gerne als Moderatorin, haben aber nur die Hälfte an Budget. Du machst das ja sicher auch für weniger Kohle.“ Nein. „Wir haben leider kein Budget für einen Fotografen, aber wenn du sowieso privat da bist, kannst du doch auch deine Kamera mitbringen und ein paar Bildchen machen, oder?“ Nein. Vielleicht hört sich das unfassbar hart für den ein oder anderen von euch an – das ist es nicht. Ich bin die Letzte, die auf ihren Tagessatz X pocht, wenn es um ein Projekt geht, das mir wirklich am Herzen liegt. Man kann immer über alles reden. Ich schaffe es auch 18 Stunden ohne Pause durchzuarbeiten und nehme gerne meine Kamera zu Events mit, die ich privat besuche. Aber das Wichtige: ich entscheide mich immer selbst dafür.

Als Mädel, das nein sagt, wirst du sehr schnell als Zicke abgestempelt. Und ja, ich hasse sie auch, die Diven, die zu allem einfach pauschal nein sagen, denen die Unlust und die Unzufriedenheit aus dem Gesicht springt. Davon rede ich nicht. Die dürfen gerne abgestempelt und in jede, erdenkliche Schublade gesteckt werden. Aber es kann doch nicht sein, dass man als Frau alles abnickt, nur aus Angst mit dieser Art von Mensch in einen Topf geworfen zu werden. Jeder hat ein Recht auf nein. Man muss es einfach nur machen. Nein sagen. Nicht inflationär. Aber dann, wenn es notwendig ist.

Je länger ich in der Arbeitswelt unterwegs bin, desto mehr erlebe ich – logisch. Tag für Tag habe ich mit neuen Menschen zu tun. Kunden, die unfassbar dankbar sind, mit denen man auf einer Wellenlänge schwimmt, die noch nicht einmal danke sagen müssten, weil man ihnen einfach anmerkt, dass sie dich und deine Arbeit sehr schätzen. Aber natürlich hat man auch Kunden, die genau das Gegenteil sind – jeder hat sie – die Meckerer, die, die mit allem unzufrieden sind. Die, die niemand glücklich machen kann. Die Nörgler, die Korinthenkacker. Jeder kennt sie und jeder muss sich mit ihnen rumschlagen. Natürlich nerven diese Menschen, weil man weiß, dass ihre Beanstandungen rein gar nichts mit der eigenen Arbeit zu tun haben, sondern einzig und allein mit ihrer persönlichen Unzufriedenheit, aber diese Art von Mensch, ist auch sehr hilfreich. Sie lehren uns nein zu sagen. An ihnen können wir üben. Bei solchen Mensch ist der Karren sowieso gegen die Wand gefahren, also was gibt´s zu verlieren? Nichts. Wenn du alle Bestandteile des Vertrags erfüllt hast, sogar mehr als das, und du selbst mit deiner Arbeit zufrieden bist – nicht zu vergessen: der eigene Anspruch ist meist ein viel höherer, als der, der Kunden, so sollte es zumindest sein – dann hau es einfach raus. Nett aber bestimmt. Nein. Und plötzlich macht man nur noch das, was man wirklich will. Fühlt sich gut an. Ja, nein, ich mein… nein!

Wie geht ihr mit dem kleinen, aber wichtigen Wort nein um? Könnt ihr nein sagen? Habt ihr gute oder schlechte Erfahrungen damit gemacht? Bin ich die Einzige, die ein Nein-Problem hatte??? Mich interessiert, wie es euch mit dem nein sagen geht. Kommentiert gerne bei Facebook unter meinen Beitrag… ich bin gespannt.


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